Wie lüfte ich jetzt eigentlich richtig?

Der Sommer verabschiedet sich langsam, die Tage werden kürzer und der Herbst hält Einzug. Damit beginnt auch wieder die Zeit, in der sich viele Hausbesitzer fragen: Wie lüfte ich jetzt eigentlich richtig?

Im Herbst wechseln sich warme, sonnige Tage mit kalten, nassen und regnerischen Wetterperioden ab. Besonders charakteristisch sind die deutlich kühleren Nächte. Nach Sonnenuntergang sinken die Temperaturen oft innerhalb kurzer Zeit auf niedrige zweistellige oder sogar einstellige Werte. Am nächsten Morgen zeigt sich das Ergebnis: Tau liegt auf den Gartenmöbeln, auf Autos und im Gras. Doch was draußen ganz natürlich aussieht, kann im Keller schnell zum Problem werden. Denn auch dort entscheidet nicht allein die Temperatur darüber, ob Lüften sinnvoll ist – sondern vor allem das Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Was hat der Taupunkt mit dem Lüften zu tun?

Warme Luft kann wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Kühlt die Luft ab, steigt dadurch ihre relative Luftfeuchtigkeit. Wird die sogenannte Taupunkttemperatur erreicht, kann die Luft den enthaltenen Wasserdampf nicht mehr vollständig halten. Das Wasser beginnt zu kondensieren. Genau dieses Prinzip kennen wir vom morgendlichen Tau auf dem Rasen. Der Taupunkt beschreibt dabei vereinfacht gesagt die Temperatur, bei der die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu kondensieren beginnt. Er ist damit ein wichtiger Anhaltspunkt, wenn es darum geht, festzustellen, ob die Außenluft tatsächlich dazu geeignet ist, einen feuchten Keller zu trocknen. Und genau hier liegt ein häufiger Denkfehler beim Lüften:

Eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit draußen bedeutet nicht automatisch, dass die Außenluft trocken genug zum Lüften ist. Denn die relative Luftfeuchtigkeit ist immer von der Temperatur abhängig. Warum 80 % Luftfeuchtigkeit draußen nicht unbedingt schlecht sein müssen. Ein Beispiel macht den Zusammenhang deutlich:

Bei niedrigen Temperaturen kann die Luft trotz einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit vergleichsweise wenig Wasser enthalten. Steigt dagegen die Temperatur, kann die Luft deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Auf der Webseite von Taupunkt Lüftung wird dies anhand verschiedener Beispiele veranschaulicht: Bei 75 % relativer Luftfeuchtigkeit enthält Luft bei -10 °C wesentlich weniger Wasser als bei +30 °C. Die Prozentzahl allein sagt daher noch nicht aus, wie viel Feuchtigkeit tatsächlich in der Luft steckt. Für die Beurteilung der Lüftungssituation müssen deshalb Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit gemeinsam betrachtet werden. Daraus lässt sich der Taupunkt beziehungsweise der absolute Feuchtegehalt bestimmen.

Herbstlüftung: Oft ist die Nacht der richtige Zeitpunkt

Im Herbst entsteht häufig eine günstige Situation für die Kellerlüftung. Nach einem warmen Tag kühlt die Außenluft in der Nacht deutlich ab. Dadurch sinkt auch ihr Taupunkt. Ist der Taupunkt der Außenluft niedriger als der Taupunkt im Keller, kann die Außenluft dabei helfen, Feuchtigkeit aus dem Keller aufzunehmen und nach draußen zu transportieren. Das ist der entscheidende Punkt:

Nicht möglichst viel lüften, sondern zum richtigen Zeitpunkt lüften.

Die Taupunkt-Lüftungssteuerungen von Schwille Elektronik messen deshalb die Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit sowohl im Innenraum als auch außerhalb des Gebäudes. Aus diesen Werten wird der jeweilige Taupunkt berechnet. Gelüftet wird nur dann, wenn die Außenluft tatsächlich in der Lage ist, zusätzliche Feuchtigkeit aufzunehmen und abzutransportieren. Aber: Der Herbst hält sich nicht an Regeln. So schön die Theorie klingt – der Herbst ist wechselhaft. Auf eine kalte, trockene Nacht kann bereits am nächsten Tag eine warme und feuchte Wetterlage folgen. Auch nachts kann es Phasen geben, in denen die Außenluft trotz sinkender Temperaturen sehr feucht ist. Genau dann kann das klassische Motto „Fenster auf und ordentlich durchlüften“ zum Problem werden. Besonders im Keller kann warme, feuchte Außenluft auf deutlich kühlere Wände und Oberflächen treffen. Kühlt die eingebrachte Luft an diesen Flächen ab, kann Kondensfeuchtigkeit entstehen. Die zusätzliche Feuchtigkeit gelangt damit nicht aus dem Keller – sie kann im ungünstigen Fall sogar in den Keller hinein gelangen. Besonders im Keller ist Vorsicht geboten. Kellerräume sind für Feuchtigkeitsprobleme besonders anfällig. Kalte Außenwände, wenig Luftbewegung und niedrige Oberflächentemperaturen können dazu führen, dass sich Feuchtigkeit an Wänden, Fenstern oder anderen kalten Stellen niederschlägt. Hinzu kommt, dass moderne, gut abgedichtete Fenster den natürlichen Luftaustausch reduzieren können. Feuchtigkeit, die beispielsweise durch Nutzung, Waschen, Trocknen oder andere Quellen in den Raum gelangt, bleibt dann länger im Keller. Eine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit kann nicht nur unangenehme Gerüche verursachen. Sie kann auch Kondensfeuchtigkeit und langfristig Schimmelbildung begünstigen. Deshalb ist gerade im Herbst eine regelmäßige Kontrolle des Raumklimas sinnvoll.

Was sollte man im Herbst kontrollieren?

Wer seinen Keller manuell lüftet, sollte möglichst regelmäßig folgende Werte im Blick behalten:

  • Temperatur innen
  • relative Luftfeuchtigkeit innen
  • Temperatur außen
  • relative Luftfeuchtigkeit außen
  • daraus abgeleitet den Taupunkt innen und außen

Erst die Kombination dieser Werte zeigt, ob die aktuelle Wetterlage tatsächlich zum Lüften geeignet ist. Das kann mit entsprechenden Messgeräten und Taupunkttabellen grundsätzlich selbst nachvollzogen werden. Im Alltag bedeutet das allerdings auch: messen, vergleichen, entscheiden, Fenster öffnen, wieder kontrollieren – und das möglichst regelmäßig. Und genau hier stellt sich die Frage: Warum soll das eigentlich nicht automatisch funktionieren?

Automatisch lüften, wenn es wirklich sinnvoll ist.

Genau dafür wurden die Taupunkt-Lüftungssteuerungen entwickelt. Das Prinzip ist einfach: Sensoren erfassen kontinuierlich die klimatischen Bedingungen innen und außen. Aus Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit wird der Taupunkt berechnet. Die Steuerung entscheidet anschließend, ob die Außenluft tatsächlich trockener ist und Feuchtigkeit aus dem Raum aufnehmen kann. Ist die Außenluft nicht geeignet, bleibt die Lüftung geschlossen. Sind die Bedingungen günstig, wird automatisch gelüftet. So soll verhindert werden, dass durch gut gemeintes Lüften zusätzliche Feuchtigkeit in den Keller gelangt. Bei der IsarAIR Smart kann beispielsweise eine Taupunktdifferenz eingestellt werden. Werkseitig beziehungsweise in der beschriebenen Anwendung wird mit einer Differenz von 3 °C gearbeitet: Der Taupunkt außen muss entsprechend niedriger sein als innen, bevor die Lüftung startet. 

Lüften ohne ständig auf die Wetterlage achten zu müssen! 
Herbst bedeutet also: kontrollieren statt einfach lüften

Der Herbst ist für die Kellerentfeuchtung grundsätzlich eine interessante Jahreszeit. Die kühleren Nächte können ideale Bedingungen schaffen, um feuchte Innenräume mit trockenerer Außenluft zu entfeuchten. Aber eben nicht immer. Warme und feuchte Wetterlagen können die Situation schnell verändern. Deshalb sollte man sich nicht allein auf die Jahreszeit, die Uhrzeit oder die Anzeige eines einzelnen Hygrometers verlassen. Der Taupunkt liefert die entscheidende Information darüber, ob Lüften aktuell wirklich sinnvoll ist. Wer manuell lüftet, sollte deshalb Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit innen und außen regelmäßig kontrollieren und daraus den Taupunkt bestimmen. Wer diese Arbeit nicht ständig selbst übernehmen möchte, kann die Entscheidung einer automatischen Taupunkt-Lüftungssteuerung überlassen. Denn gerade im Herbst gilt:

Nicht dann lüften, wenn man denkt, dass es draußen trocken ist – sondern dann, wenn die Messwerte zeigen, dass die Außenluft tatsächlich trockener ist.

Die automatische Lösung von Taupunkt Lüftung

Die Taupunkt Lüftungssteuerungen von Schwille Elektronik verfolgen genau diesen Ansatz: kontinuierlich messen, Taupunkt berechnen und nur dann lüften, wenn die klimatischen Bedingungen dafür geeignet sind.

So kann die natürliche Außenluft gezielt zur Entfeuchtung genutzt werden – ohne dass bei ungünstiger Witterung unkontrolliert zusätzliche Feuchtigkeit in den Keller gelangt.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei unserem Lüftungsexperten Uwe Schmidtke.